Addiction

Si la dissociation est inscrite au catalogue des troubles psychiques, elle peut se révéler bénéfique lorsqu’elle est consciemment induite. Se dissocier de son corps peut permettre de le ressentir pleinement, de le percevoir comme une entité à part, entière. L’exercice de dissociation consiste à libérer le corps de nos pensées, du mental (son nom est programme). Dès lor, il cesse de nous appartenir et se révèle tel un trésor dont nous devons prendre soin et c’est avec l’oeil de la raison que nous l’observons.

Ressentir son corps, l’entendre, c’est être à l’écoute de son âme, dont il est l’expression, le vecteur. Nous nous reconnectons à notre âme lorsque nous posons un regard neutre sur notre corps. Mais alors me direz-vous, tout va bien dans notre civilisation entièrement vouée à son culte ? Malheureusement non !

Nous ne nous mettons pas à l’écoute de notre corps lorsque nous réservons la prochaine séance de pilates, fréquentons quotidiennement les salles de musculation, courrons 3 fois par semaines ou prenons soin de notre peau chaque soir devant le miroir. Rien de tout cela n’est mal, si ce n’est que toute cette auto-discipline se résume finalement à un „acte manqué“. En effet, nous ne sommes pas à l’écoute de notre corps, nous nous efforçons plutôt de le façonner au gré de modes, de trends et autres tendances. Nous obéissons à notre mental et à toutes les convictions, toutes les croyances qu’il nous impose. Prendre soin de son corps c’est bien, mais pas de la façon dont malheureusement nous éduquons nos enfants, c’est-à-dire avec la volonté d’en faire quelque chose qui corresponde à une norme ! Être à son écoute, c’est toujours avoir à l’esprit qu’il ne nous appartient pas, mais que nous en avons la responsabilité. De la même façon que nous devrions élever nos enfants.

Ce n’est pas à notre corps de se mettre à notre service, c’est à nous de nous mettre au sien. La pensée est un corps exogène qui se substitue à la raison et rompt ainsi le lien entre celle-ci et le corps. Le corps est un outil qui, bien entretenu, nous rend de bons et loyaux services.

Nous nous trompons sur les symptômes du manque. Ils ne résultent pas d’un besoin d’apport en substance addictive. Ce n’est pas le corps, mais la pensée qui en redemande. À travers les tremblements, les sueurs froides et les nausées, c’est l’âme et la raison, contraintes au silence, qui tentent de se faire entendre. Ces cris se font d’autant plus bruyants qu’ils sont étouffés longtemps.
N’oubliez jamais, lorsque vous les entendez, de vous mettre à leur écoute. Pensez que c’est le mental qui ressent la douleur et non pas votre corps. Le corps ne ressent pas la douleur, il peut bien pourrir, se nécroser, il n’en souffrira pas. Seul vous et votre „maux dits mental“ la ressentez. Reprendre de cette susbstance addictive ne calme pas le manque, cela musèle la raison.

Quittez votre mental, coupez-vous de la douleur et occupez-vous de votre corps. Quitter son corps pour mieux le ressentir, cela peut sembler paradoxal. Mais en ne faisant qu’un avec lui, vous ne pouvez entrer en dialogue avec lui. En vous en dissociant, vous faites deux et alors un dialogue peut être établi. Plus vous vous mettrez à son écoute, plus les cris de la raison qui cherche à vous y ramener se feront doux et bienfaisants.

Begleitung im therapeutischen Prozess

Leid hat eine vielfältige Art und weise sich auszudrücken. Wir sind bemüht sie alle zu benennen und für jede dieser Ausdrucksformen, eine passende Therapie anzubieten. So finden sich Therapeuten für Angst, Depression, Trauma, Zwang, Burn out, Essstörung, usw…

Festzustellen ist tatsächlich, dass jede dieser Erkrankungen ihre eigenen Merkmale hat. Das Essverhalten des zwanghaften mag relativ irrelevant sein, doch viele Essgestörte Patienten entwickeln Zwänge. Depression zeigt sich durch eine ausgeprägte Antriebslosigkeit, Angst durch ein Vermeidungsverhalten. Doch die Depression ist gekennzeichnet durch tiefe Ängste, und die Angst selbst kann zu einer depressiven Verstimmung führen. Sie so auseinanderzunehmen, als wären sie unterschiedliche Krankheiten, mag also doch nicht so sinnvoll sein.

Ist schließlich die konventionelle Psychotherapie und ihre multiplen Verfahren nicht das medikamentöse Pendant der Körper-Medizin? Beansprucht sie nicht für sich die Behandlung der verschiedenen Störungen durch entsprechende Methoden, die letztendlich jeweils die Symptomen lindern, jedoch nicht die Ursache behandeln? Der Patient mag nach einer gewissen Zeit eine Verbesserung erleben, doch hat er nicht nur eine neue Verhaltenstechnik erlernt? Hat er nicht nur gelernt, anders zu funktionieren und zwar so, dass die Symptomen in Schach gehalten werden?

So wird es einer belehrten Gesellschaft ermöglicht, die Behandlungsfähigkeit für sich zu beanspruchen, welche Fähigkeit durch qualifizierte Ausbildung erworben werden will. Man ziert sich mit Qualifikationen, die man Qualifi-zierung nennt.

Je mehr ich mich mit meinen Patienten und ihren Störungen auseinandersetze, desto mehr erkenne ich deren gemeinsamen Nenner, nämlich das Leid, das sich in sämtlichen Symptomen ausdrückt, und seinen eigenen Ursprung in sonst was findet. Um an dieses Leid zu kommen, braucht es nicht zwangsläufig eine langwierige, meist teure Ausbildung. Zumindest ist diese nicht der Garant für einen bewussten Umgang mit dem Leid, höchstens mit den Symptomen.

Auf Letztere zu fokussieren kann meines Erachtens contra-produktiv sein, denn man nimmt dem Patienten genau das weg, was ihm bisher geholfen hat: seine Schutzmechanismen und zwar, ohne das zu lösen, weshalb sie entwickelt wurden. Es kann tatsächlich bewirken, dass der Patient sich von ihnen befreien, doch er trickst sich so nur selbst aus. Die Symptomen allein auszuschalten ohne die Spannung rauszunehmen ist wie auf die Flamme zu pusten ohne die Glut auszulöschen.

Denn, was ist mit dem Leid? Dieses braucht vielmehr eine Akzeptanz, eine Legitimität, die vom Therapeuten einzig und allein verlangt, dass er einen schützenden Rahmen schafft, indem der Patient in Kontakt mit seinem Leid kommen kann ohne die Mechanismen hochzufahren. Ist dieser Rahmen gegeben, so erfährt der Patient, dass sein Leid als solches, als Gefühl, ihm nichts anhaben kann. Es anzunehmen entzieht ihm seine Kraft, die in der Aufrechterhaltung der Abwehrmechanismen geschöpft wird. Nicht mehr gegen sein Leid zu kämpfen macht es machtlos. Den Patienten dahin zu bringen ist letztendlich alles was der Therapeut durch seine Begleitung und nicht durch seine Intervention, tun kann und braucht.

Gelingt es dem Patienten sein Leid zu fühlen, anzunehmen und loszulassen, so gibt er automatisch seine ganzen Abwehrmechanismen auf. Diese ergeben sich von selbst, bzw. vor dem Selbst. Dadurch, dass das Leid, gegen das sie gerichtet sind, nicht mehr verdrängt, sprich bekämpft, wird, gibt es keinen Grund mehr sich dagegen zu wehren.

Leid ist schließlich keine Krankheit. Es ist ein Bestand des menschlichen Lebens und es lässt sich niemals vermeiden. Viktor Frankl sagt zurecht: „Der Mensch muss wieder lernen Leidensfähig zu sein“. Das Grad des Leids oder dessen Empfinden ist entscheidend für den Prozess des sich Ergebens. Ebenfalls entscheidend ist die Fähigkeit des Therapeuten, dem Patienten Halt zu gewähren, ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln. Das heißt, der Therapeut initiiert den Prozess nur, wenn er von sich weiß, dass er vor der Reaktion des Patienten auf die Konfrontation mit seinem Leid Ruhe bewahren kann. Schließlich darf der Therapeut von der kathartischen Wirkung der Konfrontation nicht mit-überwältigt werden, sondern ihr mit Ruhe entgegenwirken, wie etwa die Hebamme, die die Arme offen hält, während die Mutter das Kind zur Welt bringt.

Unangenommen

Er unterbricht einen ständig. Er redet laut, wenn alle still sind. Er nimmt ungefragt und rücksichtslos das Wort. Seine Mitteilungen scheinen immer wichtiger zu sein als die der anderen. Er will gehört werden… Doch er erntet nur den Spot. Er hört sich nur sagen, er soll gefälligst leise sein, andere zu Wort kommen lassen, leiser reden, usw…
Und so fühlt er sich nicht gehört.
Er zieht sich auffällig oder nur scharz an. Er schmückt sich mit Tatoos und Piercings. Er färbt sich die Haare rot, grün, gelb, blau. Er macht alles, nur nicht was alle tun. Er will gesehen werden… Doch er wird belächelt, zurückgestoßen, stigmatisiert und kritisiert.
Und so fühlt er sich nicht gesehen.
Nicht das, was er sagt, nicht das, was er trägt ist wichtig. Gehört und gesehen will das, was dahinter steckt, was er drunter versteckt. Das was er sich nicht auszuleben traut und selbst verpönt.
Wenn du unsichtbar bist, wenn du stimmlos bist, dann nur, weil du dich selbst nicht siehst, weil du dich selbst nicht hörst. Das geben dir die anderen nur zu verstehen. Du solltest ihnen danken für den Hinweis.
Und jetzt bleib still, lass die Artefakten. Was ist das, wovor du so Angst hast? Was ist das, was du so angestrengt zurückhälst? Soll ich’s dir mal sagen? Bist du bereit, die Verantwortung dafür zu tragen, anstatt, dass du alle anderen die Schuld dafür gibst, daß du nicht angenommen wirst?
Könnte es sein, dass du dich klein hälst, weil du vor deiner wahren Größe Angst hast? Angst, sie zu verantworten, ohne bequeme Schuldzuweisungen mehr. Angst hast vor Ablehnung, so wie du es mit deinem großen Redewerk, deinem schrillen Stil immer wieder erfährst. Angst will bekanntlich bestätigt werden.

Höchste Zeit anzuhalten, hinzufühlen, loszulassen, aufzumachen. Du bist großartig und du weigerst dich es dir einzugestehen. Nimm dich an! Nimm dich einfach an, das wird sehr angenehm… angenommen!!!

Fremdbild vs Selbstbild

Gäbe es nur einen Menschen auf dieser Welt, könnte er sich selbst nicht bewusst werden. Wir sind ein Spiegel für einander und entdecken uns in den Augen unseres Nächsten. Es ist deshalb wichtig seinem Gegenüber in die Augen zu schauen, weil man dort sein Spiegelbild betrachten kann. Was wiederum bedeutet, dass wir immer mit uns selbst reden, nur vermittelst unseres Nächsten.
Wir empfangen dauerhaft eine Information, die von außen kommt und in uns eindringt. Das Kleinkind, das sich nicht wehren kann, nimmt alles auf was ihm gesagt, gezeigt, zu spüren gegeben wird. So wie seine Eltern und sonstige Mitmenschen ihn sehen, so nimmt es sich schließlich wahr. Je älter das Kind wird, desto stärker rebelliert es gegen dieses Fremdbild, und oft wird ihm dafür eine Strafpredigt gehalten. Es lernt also, dass es falsch ist, wenn es dem Fremdbild nicht entspricht. Bis dieses Bild zum Selbstbild wird.
Und so pflegt man eine Persönlichkeit, die nur daran bemüht ist, anderen zu gefallen. Erntet man dadurch Lob und bedingte Liebe, Erfolge und Geltung, so mögen wir diese Persönlichkeit niemals aufgeben. Das Fremdbild ist vollkommen zum Selbstbild geworden.

Anders geht es dem kleinen Rebell, dem es nicht gelingt, sich den Erwartungen der anderen unterzuordnen. Unbewusst, will er sich seinem wahren Wesen bewahren, aber eben unbewusst. Und so entwickelt er ein Selbstbild, das dem Spott, der Verachtung, den Vorwürfen der anderen entspricht. Denn man handelt immer so, dass man seinem Selbstbild entspricht.

Doch es ist eben kein Selbstbild. Es ist das Fremdbild, mit dem man sich vollkommen identifiziert hat. Es wäre wichtig, sich von diesem zu lösen. Es wäre wichtig sich selbst gegenüber wieder integer zu sein.
Selbst die Erfolgreichen erleben Phasen der Verzweiflung. In solchen Momenten, wäre die Gelegenheit gegeben, sich mit sich selbst wieder zu verbinden. Doch es löst Angst aus, eine Angst von der man nicht weiß woher sie kommt. Um ihr zu entkommen, passt sich der Angepasste noch mehr an und der Rebell rebelliert noch mehr. Bis zum bitteren Ende. Den Fehler suchen wir immer bei uns selbst, um unsere Verzweiflung nachvollziehbar zu machen.

Nur weiß keiner wie das geht, sich mit sich selbst zu verbinden. Was muss man dafür tun?
In Wahrheit muss man Nichts dafür tun, sondern viel mehr aufhören zu tun, was man bisher getan hat: sich anpassen und rebellieren. Klar! Das kann das Leben auf den Kopf stellen. Wer ist schon darauf vorbereitet? Und, wozu ist man dann fähig? Wer ist man, wenn nicht mehr der, der man bisher war?
Ein Blick auf all das was bisher war, wird einem verraten wo seine Stärken liegen. Immerhin ist man schon soweit gekommen. Aber ab jetzt, macht man sich selbst ein Bild von sich selbst. Das klingt nach Kohärenz, Integrität. Wenn man das wieder entdeckt, vergehen alle Ängste vor dem, der man wahrhaftig ist.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft

Vergangenheit ist Ewigkeit
Gegenwart ist vergänglich… Und allgegenwärtig
Zukunft ist eine gegenwärtige Angelegenheit.

Der Kosmos ist ganzheitlich in dem Augenblick gefangen. Er ist ein einziger gegenwärtiger Moment, und was Lichtjahre von uns entfernt geschieht, geschieht nicht weniger in demselben Augenblick. Unabhängig davon, dass wir es Lichtjahre später wahrnehmen. Kein Teleskop schaut in die Vergangenheit. Vielmehr hohlt es sie sich in der Gegenwart. Wie ich, wenn ich ein Buch lese, das vor Jahren geschrieben wurde.

Unsere Wahrnehmung ist gefangen in dem flüchtigen, sich unendlich erneurnden gegenwärtigen Moment. Es gilt also, wie man so schön sagt, sich auf das Hier-und-Jetzt zu konzentrieren. Man kann sich nicht in einem zukünftigen Gedanke projizieren, der gerade entsteht. Alles ist also gegenwärtig, was in der Gegenwart geholt wird, sei es die Vergangenheit oder die Zukunft.

Hass und Liebe

Alles was wir verdrängen, drängt uns… in die Opferrolle!
Alles was wir in uns hassen, verachten wir in unserem Nächsten.
Alles wonach wir uns innerlich sehnen, lieben wir in unserem Nächsten.
Alles was wir in uns lieben, schenken wir unserem Nächsten.

Mehr haben wir nicht zu geben als das, was wir in uns lieben.
Mehr müßten wir uns nicht nehmen als das, was wir in uns annehmen.
Hast du nicht viel zu geben, so mußt du dir viel nehmen.

Schön ist nur das, was liebevoll betrachtet wird.
Hässlich ist nur das, was vollem Hass betrachtet wird.
Bist du Hasserfüllt, so lebst du in dem Mangel.
Bist du voller Liebe, so lebst du in der Fülle.

Hass erzeugt nur Ablehnung, nichts will zu dir.
Liebe erzeugt Annahme und alles kommt zu dir,
das sich angenommen fühlt.
Nicht beneidet, nicht begehrt. Nur angenommen.

Schliesslich drängt sich alles auf, was verdrängt wird.
Frustration, Minderwertigkeitsgefühl, Unsicherheit, Mangel, Sehnsucht, Leere…
All das verdrängen wir.
Verbitterung, Künstlichkeit, Überheblichkeit, Arroganz, Forderungen und Wollust…
All das drängt sich auf. Und setzt sich über das Verdrängte, das so übersetzt wird, denn nichts bleibt verborgen. Alles bahnt sich einen Weg nach draußen, ob Liebe oder Hass. Obacht, der nicht achtet.

Ablehnung – Anerkennung

Wer gegen die Ablehnung kämpft, investiert nicht seine Energie in seiner Anerkennung. Letzere bedarf nämlich keinen Kampf gegen etwas ausserhalb von sich selbst. Vielmehr bedarf sie eine Akzeptanz seines Selbst wider der Meinung anderer. Vielmehr geht es um die integere Entfaltung seiner Einzigartigkeit, und nicht um die Einverleibung einer Besonderheit, die einen Konsens zu erzwingen versucht.
Viele versuchen nun etwas besonders zu sein, und vergessen dabei, daß sie ohnehin einzigartig sind. Wir sind aber nichts Besonderes in unserer Einzigartigkeit, denn das sind wir alle. Vielleicht würde es weiter helfen, sich das selbst zuzusprechen anstatt, daß man die Bestätigung von außen zu erzwingen versucht. Sonst greift man zu Artefakten, die dazu dienen uns besonders zu machen, aber schlussendlich noch mehr Ablehnung erzeugen. Und so findet man seine Besonderheit in der Ablehnung selbst.

Es ist die eigene innere Angst davor, zu sich selbst zu stehen, die sich im außen in der erlittenen Ablehnung veräußert. So entlasten wir uns von der eigenen Verantwortung, indem wir die anderen beschuldigen. Mag sein, daß viele Menschen intolerant sind. Doch was kümmert uns das? Ist das wichtig für ein selbst von denjenigen akzeptiert zu werden, die es nicht können? Haben wir es erst dann geschafft, liebenswert zu sein? Um Liebe kämpft man tatsächlich nur, wo sie nicht zu finden ist. Wir lieben unsere Dramen, die uns ermöglichen uns zu spüren, weil wir uns nicht mehr fühlen.
Wer in dieser Falle der Besonderheit tappt, läuft Gefahr sich selbst vollkommen zu entfremden und wird sich immer weiter so travestieren, daß nur Ablehnung geerntet werden kann. Denn nur durch sie fühlen sie sich besonders. Am Ende werden sie dopplet bestraft: sie werden von den anderen für ihr „Besonders sein“ abgelehnt und werden sich selbst ihrer Einzigartigkeit nie bewußt.

Dieses „Besonders sein“, auf das die Betrofenen sich berufen, erzeugt eine IKEA Welt, in der sie versuchen sich mit den gleichen Artefakten eine besondere Persönlichkeit aufzubauen. Das Gute an IKEA nämlich ist, dass man sich bei allen wie zu Hause fühlt.

Brauchen

Es sind Grenzen, die man braucht. Werden sie nicht gesetzt, so brauchen wir das, was über die Grenzen hinausgeht, und das geht sehr weit, endlos weiter. Es ist eben grenzenlos.
Freiheit hat nichts mit grenzenlosen Forderungen, Ansprüchen zu tun. Freiheit hat mit Zufriedenheit zu tun.
Frei waren wir mal. doch wie hätten wir sie zu schätzen gewusst ohne jemals gefangen zu sein? Wie würden wir sie begehren, ohne sie erst verloren zu haben? Und so kam, dass wir uns fangen liessen… von den Ansprüchen und Forderungen, die uns treiben. Wir sind Sklaven unseres Verlangens. Ob wir sie ernten oder tragen, wir sind alle Sklaven unserer „Wolle“.

Und von ihnen gilt es sich zu befreien, um nicht mehr getrieben zu sein. Um nicht mehr mehr zu wollen, als nötig ist. Konsum ist Nötigung, keine Notwendigkeit. Der Windhund ist nicht frei, dem Kaninchen nachzulaufen, sondern dazu gezwungen, Opfer seiner Trieben. All das Zeug, das wir zu gebrauchen denken, zeugt vor unbefriedigten Bedürfnissen. Werden sie nicht befriedigt, so sind wir eben nie zufrieden… und freilich, nie frei. Nur so viel bedarf es… um glücklich, zufrieden und frei zu sein.

Bodenlos

Innen leer, außen voll. Alles wächst einem über den Kopf, doch das ist der Boden, den man unter den Füssen verliert. Kraft- und Energielos, erschöpft, schaufelt man sich durchs Leben eben. Es ist ein Loch, das wir graben, in dem wir liegen. Schliesslich. Es schließt sich.
Paradox über Paradox. Je mehr wir anhäufen, desto leerer fühlen wir uns. Wir leisten, keine Frage… wird geduldet. Ran an die Arbeit, keine Zeit zum nachdenken.
Das bedingte Leben beschert uns mit Dingen, einem Haufen Dingen. Also kämpfen wir uns weiter durch, um an den Dingen zu kommen. Durchhaltevermögen ist in Wahrheit Widerstand. Wir halten aus, integrieren nichts. Wo wir weiter kämpfen, widerstehen wir in Wahrheit dem Gefühl der Leere. Aus der Leere schöpfen wir die Kraft, mit der wir ihr widerstehen.
Wer will schon fallen, sich fallen lassen. Wir suchen Halt in all den Dingen, die wir anhäufen. Das was uns Halt gibt, ist gleichzeitig unsere eigene Grenze. Wir beneiden, wir begehren und fordern… Bodenlos ist der Mensch, mit seinen Ansprüchen. Nie genug. Zu Frieden kommen wir nie. Zufrieden werden wir nie. Zufriedenheit ist der Feind Nummer 1 des wirtschatflichen Wachstums.

Frieden herrscht nur in der Freiheit. Ein freier Fall ins Nichts, ohne Halt und Aufprall. Die Leere selbst ist Bodenlos. Vertrauen und loslassen statt klammern und kontrolieren. Letzteres raubt einem so viel Energie, denn das, dem wir widerstehen, wird immer größer: dem Sinn. Wo er fehlt, herrscht Ignoranz, eine Bodenlose Ignoranz.
Wer zu vielen Stimuli ausgesetzt ist, empfindet schließlich nichts mehr, nimmt nichts mehr wahr, weil es eben zu viel ist. Der Filter läuft über. So ist Depression nicht ein Leerlauf, sondern ein Überlauf. Es ist nicht so, daß man nichts mehr empfängt. Man ist überflutet, und alles ist verschwommen. Depression ist Gegendruck, gegen zu viel (Ein)Druck. Und in dem Moment, indem uns der Boden unter den Füssen verloren geht, macht alles keinen Sinn mehr.
Und nun sind wir ausgeschaltet, empfangen nichts mehr. Also wo ist sie nun, die gute Information, der gesunde Impuls, der in der Masse verloren gegangen ist? Das ist die Arbeit, die zu machen ist, um aus der Depression zu kommen.

Potenzial

Wie der Samen das Potenzial des Baumes in sich trägt, so sind wir Menschen ebenfalls ein Potenzial, das zum Leben erweckt werden will. Alles was der Mensch werden kann, steckt in jedem von uns. Und so wird der eine dies, der andere das.
Dieses Potenzial wird durch äußere Begebenheiten beeinflusst, denn wir sind nun mal verbunden mit unserer Umwelt. Ohne sie, könnten wir uns selbst nicht wahrnehmen. Das Verhängnis der zwischenmenschlichen Beziehungen liegt eben darin, dass wir dieses Potenzial zur Erfüllung vieler äußeren Erwartungen nutzen. „Und der Mensch schuff den Menschen zu seinem Bilde“. Wenn Menschen aufeinander projizieren, zwingen sie ihren Nächsten zu etwas, das sie kontrolieren können oder in sich selbst nicht ertragen. Und so erstickt die Individualität eines jeden in Keim.

Äußere Grenzen können gesetzt werden bis sie zu unseren inneren Grenzen werden und wir uns selbst einschränken. Deshalb bauen so viele Männer Muskel auf, weil sie so „eingeschrankt“ sind… in ihrer Wahrnehmung. Es ist aber keine Fatalität und wir sind nicht dazu verdammt, in den Schranken zurückgewiesen zu sein. Davon können wir uns befreien, indem wir lernen uns nicht mehr darum zu kümmern, womit wir nichts zu tun haben, uns nicht mehr zu sorgen, was andere von uns denken und erwarten. Das alles bereitet uns Kummer und Sorgen.

Es bedeutet nicht, andere nicht zu beachten. Ihre Meinung darf uns weiter interessieren, sie bleibt aber ihre und wer zu sich steht, fürchtet sie auch nicht. Ihre Bedürfnisse sind legitim, werden aber nicht zu unseren Verpflichtungen. Es geht darum, auf sich selbst zu achten, die eigene Integrität zu bewahren, und das macht uns oft nicht liebenswert in den Augen der anderen. Doch das hat allein mit ihnen zu tun, darum brauchen wir uns nicht „kummern“.

Damit machen wir uns natürlich keine „Freunde“, eher Feinde. Ist es aber nicht erstrebenswert sich von denjinigen zu lösen, die uns in unserer Entwicklung einschränken? Sollte das Raubtier das Gehege nicht verlassen, in dem es gefüttert wird? Es braucht Mut, Selbst-verständigt. Dafür wird das Tier lernen müssen selbstständig zu jagen. Dafür müssen wir lernen Selbst zu sein. Aber dann entsprechen wir unserer wahren Natur. Aber dann, wird unserem Potenzial keine Grenzen mehr gesetzt.

Es geht also nicht darum, ein anderer zu sein, sondern viel mehr den einen nicht mehr zu sein, den wir denken, anderen vorspielen zu müssen. Und wir identifizieren uns nicht mehr mit und definieren uns nicht mehr durch die Rolle, sondern wir prägen die Rolle mit unserer ganzen Individualität. Diesen Prozess nannte Jung die „Individuation“.